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Samstag, 25. Februar 2012

Into the Wild [Sean Penn | USA 2007]


When you want something in life, you just gotta reach out and grab it.
Einfach raus gehen in die Wildnis, alles hinter sich lassen, nur Leben für den Moment. Keine Verwandtschaft, kein Arbeitsplatz, keine Termine, kein Fernsehen, keine Werbung, kein Gesetz. Die Ketten der modernen Zivilisation abwerfen und entfliehen. Erfahrungen machen, Weisheit erlangen, die Freiheit fühlen, ...
Das sind die Dinge von denen wir manchmal träumen, und Christopher McCandless machte seinen Traum zur Realität. Nach dem Roman von Jon Krakauer schildert Sean Penn in seinem bisher letzten Werk die wahre Geschichte eines jugendlichen Freidenkers, der ohne einen Cent quer durch die Staaten reist mit Alaska als finales Ziel.
Die Schönheit der Natur wunderbar eingefangen, die Erfahrungen Chris' so bemerkenswert und die Menschen allesamt so herzlich: All das spornt den eigenen Unternehmergeist ungeheuer an, sodass man am liebsten in den Fernseher hineinkriechen würde, um auch über schier endlose Felder zu spazieren, den Mond anzuheulen oder den Colorado durch den Grand Canyon runter zu paddeln. Das Gezeigte darf man aber nicht nur als ein bloßes Loblied an die Natur und an die Freiheit sehen. Es wird vielmehr der Reifungsprozess der Hauptfigur aufgezeigt, welcher bei seiner "Wiedergeburt" beginnt und beim Erlangen großer Weisheit endet.
Kann man allein mit der Natur als einzigen Freund glücklich sein? Wie beurteile ich Menschen, die nicht meine Sicht der Dinge teilen? Welche Schätze gibt ein solches Leben mir, und welche nimmt es mir? Die Antworten auf all diese Fragen glaubt Chris bereits zu kennen. Doch verschiedenste Menschen und schicksalhafte, emotionale Erlebnisse, auf die er bei seiner Reise trifft, geben ihm zu Denken und möglicherweise bewegen sie ihn dazu, seine Meinung zu ändern.
Fazit: Into The Wild ist Kino fürs Auge, fürs Herz und für den Verstand. Während wir also den leisen und gefühlvollen Hintergrundtönen lauschen, die Natur als ein unvergleichbar schönes Geschenk wahrnehmen und an so manchen sympathischen und klugen Menschen unser Herz verlieren, wird uns ebenso bewusst, dass dieses Glück vergänglich ist und dieser Film nicht das Geringste daran ändern kann. Einen neuen Blickwinkel haben wir aber gewonnen und damit einen weiteren Schritt zu neuer Weisheit gemacht. 
Unbedingt anschauen! 

9/10

Freitag, 24. Februar 2012

Der schmale Grat [Terrence Malick | USA 1998]


So viel wurde schon über den Krieg erzählt. Zweifelsohne ist er ein grauenvolles Ereignis, der seine Opfer in einem solchen Ausmaß physisch und psychisch schädigt, wie sich wohl keiner von uns vorstellen kann. Mithilfe von Filmen versuchte man meist ein möglichst reales Bild vom Krieg wiederzugeben und Außenstehenden die Sinnlosigkeit eines solchen Unterfangen deutlich zu machen machen. So versucht sich auch Malick an diesem viel verwendeten Thema und packt den Zuschauer da, wo das Verständnis am größten ist: Bei den Einzelschicksalen der Soldaten.
In this world, a man, himself, is nothing. And there ain't no world but this one.
Um einen Krieg zu gewinnen, muss man als Einheit funktionieren, eigene Träume und Wünsche vergessen und kurzum seinen Individualismus im Keim ersticken, und Malick zeigt uns, wie unmöglich das ist. Innerhalb des prominenten Casts hat jede Figur seinen eigenen Charakter und seine eigene Philosophie vom Leben, die uns hin und wieder mit rührenden Voice-Overs erläutert wird, aber auch existenzielle Fragen aufwirft über den Sinn und den Ursprung des Kriegs. Aber ein 170-minütiger schnulziger Langweiler, wie ich es zugegebenermaßen erwartete, ist Der schmale Grat keinesfalls. Jede Szene hat seine Berechtigung und zwischen philosophischen und gleichzeitig gefühlvollen Ansätzen, bietet der Film auch sehr viel vom packenden Kriegsgeschehen, welches deutlich macht, warum die Soldaten auf einem sehr schmalen Grat wandern. Jede Unaufmerksamkeit, jedes Anzeichen von Schwäche kann den sofortigen Tod bedeuten. Selten standen einem die Soldaten so nah wie hier, der Kontrast zwischen friedvoller Inselidylle und katastrophalen Kriegsgeschehen war wohl nie größer. Auch ein Grund, warum sich Der schmale Grat auf meine persönliche Liste der besten (Anti-)Kriegsfilme auf Platz 2 katapultiert.  

8,5/10
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