Dienstag, 16. Oktober 2012

Ed Wood [Tim Burton | USA 1994]

Johnny Depp

„Visions are worth fighting for. Why spend your life making someone else's dreams?“ 

Taucht ein in die riesige Welt Hollywoods, taucht ein in den Verstand eines engagierten, sympathischen, aber offenbar talentfreien Regisseurs, taucht ein in ein besonderes Stück Filmgeschichte. Tim Burton geht durch die Zeit zurück in die 50er, malt alles schwarz-weiß an, lässt durch einen grandiosen Cast tote Menschen wieder auferstehen und rekonstruiert mit viel Liebe zum Detail jegliche Requisiten aus bestimmten Filmen, um wohl einen der größten Filmliebhaber die Ehre zu erweisen, die ihm gebührt. Edward D. Wood Jr. war ein Kämpfer, ein Träumer und nicht zuletzt ein leidenschaftlicher Künstler, der nichts weiter wollte als den Menschen aufregende Geschichten zu erzählen und seine große Liebe zum Film zum Ausdruck zu bringen. Doch jeder seiner Filme waren für die Masse ein absolutes Desaster und Burton zeigt, wie Wood aller Widerstände zum Trotz seine Liebe treu bleibt und mit allen Mitteln versucht, weiterhin Filme zu produzieren. 

Martin Landau

Der Film bleibt dabei in den treuherzigen Gefilden des Protagonisten, die somit in einer positive Grundstimmung resultieren und doch hin und wieder in Momenten, in denen Wood an seinem Talent zweifelt, von der unbarmherzigen Realität eingeholt werden. Nicht zuletzt deswegen gibt Burton seine Figur nicht der Lächerlichkeit preis. Im Gegenteil. Man spürt zu jeder Sekunde die ehrliche Sympathie, die Burton für diesen Mann empfindet und die sich letztlich auch auf uns überträgt. Insofern man das tut, wofür man Leidenschaft spürt, tut man das Richtige. Neben dieser offenkundigen Lebensweisheit spiegelt Ed Wood ebenso die freundschaftliche Beziehung zweier Männer wieder, die einander brauchen. Der eine ein alternder Filmstar, dessen Stern längst gesunken und den Drogen verfallen ist, der andere ein ehrlicher Bewunderer des Ersteren, ein junger, erfolgloser Regisseur der in Hollywood versucht Fuß zu fassen. Bela Lugosi darf wieder in Filmen mitspielen und Ed Wood hat hingegen einen Star in seinen Werken, die sie für die Masse ansprechender machen, und doch zeigt der Film, dass sich zwischen den beiden so viel mehr als eine bloße Zweckfreundschaft entwickelt. In diesem Biopic steckt mehr als die Geschichte eines einzigen Lebens: Es ist vielmehr eine wunderschöne Liebeserklärung an den liebevollen, altmodischen Trash, an die Freundschaft, an den stilvollen Horror der 30er Jahre und natürlich an das Medium Film an sich. Kein Film hat jemals mehr Interesse an einen Menschen geweckt, als Ed Wood an ... Ed Wood.

„This is the one. 'This' is the one I'll be remembered for.“
8,5/10 

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