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Samstag, 25. Februar 2012

Meine Oscar-Verleihung 2012: Bester Film

The Oscar goes to ... 

1. Drive

So stilvoll war Kino nur sehr selten: Tolle Atmosphäre, ästhetischer Look, herausragende Schauspieler und eine einzigartige Gefühlsachterbahn zwischen Liebe und brutaler Gewalt.
Nicolas Winding Refn inszenierte hier einen Film, der schon bald zu Kult avancieren wird. Da bin ich mir absolut sicher.

Außerdem nominiert wären:

2. Warrior



Zwar nicht die einfallsreichste, aber umso einfühlsamere Story: "Warrior" ist ohne Frage Kino fürs Herz, der in seinen tragischen und euphorischen Momenten gleichermaßen zu Tränen rühren kann. Gefühlskino muss auch belohnt werden.

3. Dame König As Spion

Hier gleich der krasse Gegenpart zum Gefühlskino: Unterkühlt, hochintelligent und atmosphärisch kraftvoll belegt Dame König As Spion verdient den dritten Platz. 

4. Hugo Cabret

Ein Mix aus Kinder- bzw. Familienfilm und liebevoller Hommage an die Anfänge des Mediums Film. Und auch wenn die Balance zwischen beiden nicht immer perfekt gelingt, bietet Scorsese hier großes Kino und hat meine Hochachtung für so viel Mut zur Veränderung.

5. Verblendung

Von Mut zur Veränderung kann man bei David Fincher nicht unbedingt sprechen, der in Verblendung fast jede Szene vom schwedischen Original übernimmt. Dennoch funktioniert der Film großartig, weil er mit einem völlig anderen Stil zu überzeugen weiß. Das verdient ebenfalls große Anerkennung.

Meine Oscar-Verleihung 2012: Beste Hauptdarstellerin

The Oscar goes to ...

1. Charlotte Gainsbourg (Melancholia)
Oft zu unrecht ein wenig im Schatten von Kirsten Dunst, bietet die fabelhafte Charlotte Gainsbourg in "Melancholia" erneut eine herausragende Leistung. Optisch kann sie mit Dunst zwar nicht mithalten, dafür überbietet sie sie schauspielerisch denkbar knapp. Zwischen tiefen Hass und Mitgefühl zeigt sie eine große Bandbreite ihrer schauspielerischen Qualität und sollte endlich mal mit dem Oscar gewürdigt werden.

Außerdem nominiert wären:

2. Kirsten Dunst (Melancholia)
Sieh mal einer an: Die naive, verliebte Schlaftablette aus "Spider-Man" ist zu einer ernst zu nehmenden Schauspielerin gereift, was sie in "Melancholia" sehr nachdrücklich beweist. Ihre steigende Melancholie wird perfekt auf den Zuschauer übertragen, was ihrer großartigen Performance geschuldet ist. Denkbar knapp ordnet sie sich hinter Gainsbourg auf dem zweiten Platz ein.

3. Kirsten Wiig (Brautalarm)
Nicht unbedingt McCarthy, sondern vielmehr Kirsten Wiig ist der große Spaßfaktor in "Brautalarm" und hat großen Anteil daran, dass der Film überraschend gut funktioniert. Wir lachen, sie lacht mit uns und das ist wunderbar. Wer eine stupide Komödie der Marke "Hangover" sehenswert macht, sollte auf jeden Fall  mit einer Nominierung gewürdigt werden.

4. Rooney Mara (Verblendung)
Wie schon im Original ist Lisbeth Salander mit ihrer harten Schale das Highlight des Films. Rooney Mara steht der großartigen Noomi Rapace in nichts nach und wurde somit in diesem Jahr verdient nominiert, auch von mir.

5. Viola Davis (The Help)
Die wohl zurzeit beste dunkelhäutige Schauspielerin und Favoritin auf den Oscar dieses Jahr hat in meinen Augen schon besser gespielt, verdient sich aber mit ihrer warmherzigen und unschuldigen Art nichtsdestotrotz den fünften Platz.

Meine Oscar-Verleihung 2012: Beste Nebendarstellerin

The Oscar goes to ...

1. Jessica Chastain (The Help)
Jessica Chastain ist die Sympathiefigur im sonst so unsympathischen "The Help". Oftmals musste sie zwar aufpassen, nicht zu sehr in Overacting abzudriften, aber dennoch hat sie dem Zuschauer hinter ihrer künstlichen Fassade einen sehr menschlichen und einfühlsamen Charakter offenbart. Wer den Zuschauer außerdem so gut unterhält, hat doch sicherlich auch mal den Oscar verdient, oder etwa nicht?

Außerdem nominiert wären ...

2. Shailene Woodley (The Descendants)
Die junge Schauspielerin Shailene Woodley ist für mich wohl die Überraschung des Jahres. In "The Descendants" spielt sie die zuerst launische Göre, die allerdings im Laufe des Films reift und mit ihrer Familie zusammenwächst hervorragend. Die Szene, in der sie unter Wasser ihre ganzen Emotionen herauslässt, wird für mich unvergesslich bleiben. Ein verdienter zweiter Platz.

3. Octavia Spencer (The Help)
Den Oscar praktisch schon in der Tasche, gibt es nicht mehr viel über Octavia Spencer zu sagen. Die aufbrausende Dunkelhäutige, die in "The Help" von ihren Vorurteilen befreit wird, bietet ebenfalls große Unterhaltung und sorgt für mehrere heftige Lacher. 

4. Mélanie Laurent (Beginners)
In "Beginners" bietet Mélanie Laurent dem Zuschauer ein unvergleichliches Mienenspiel, das auf eine ganze eigentümliche Art entzückt und begeistert. Ich gestehe, dass ich mich nach dem Film so ein bisschen in sie verliebt habe.

5. Melissa McCarthy (Brautalarm)
Ganz sicher nicht verliebt habe ich mich in Melissa McCarthy, die mit ihrer maskulinen Art in "Brautalarm" zwar für mich oft ein bisschen "too much" ist, aber bei so viel Mut zur Hässlichkeit nichtsdestotrotz eine Nominierung verdient hat.

Meine Oscar-Verleihung 2012: Bester Hauptdarsteller

The Oscar goes to ...

1. Tom Hardy (Warrior)
Als Kämpfer, dessen Vergangenheit ihn zum Tier machte, liefert Hardy die wohl beste Leistung seiner Karriere ab. Sowohl seine harte Schale als auch sein emotionaler Kern überzeugt auf ganzer Linie und hätte für mich in diesem Jahr den Oscar verdient gehabt.

Außerdem nominiert wären:

2. Gary Oldman (Dame König As Spion)
Ganz knapp dahinter befindet sich Gary Oldman, der als Geheimdienstler im Ruhestand in "Dame König As Spion" mit seiner überaus überzeugenden kühlen Erscheinung nach einem Spion sucht. Ganz stark sind besonders die Szenen, in denen er zeigt, dass hinter der emotionslosen Fassade noch ein Herz schlägt. Seine beste Leistung bleibt zwar in "Léon - Der Profi" (für die er allein drei Oscars verdient hätte), aber für Platz 2 reicht es allemal. 

3. Ryan Gosling (Drive)

Ryan Gosling zeigt in "Drive", dass man nicht viel reden muss, um eine einmalige Performance abzuliefern. Seine Rolle als einsamer Fahrer hat sich wohl jedem, der dem Film sah ins Hirn gebrannt. Den Coolness-Preis 2011 gibts definitiv, für den Oscar von mir reicht es aber nicht ganz. Den hätte er allerdings schon letztes Jahr für "Blue Valentine" verdient gehabt.

4. John C. Reilly (Der Gott des Gemetzels)
Zwischen all der Hysterie in "Der Gott des Gemetzels" stach mir ein wesentlich ruhigerer, aber niemals blasser Part besonders ins Auge. John C. Reilly hat von allen vier Hauptdarstellern die beste Balance zwischen Overacting und angenehmer Zurückhaltung gefunden und ganz nebenbei aufgrund seiner sympathischen Art auch noch für die meisten Lacher gesorgt.

5. Leonardo DiCaprio (J. Edgar)
Dafür, dass Leonardo DiCaprio der zwielichtigen Gestalt des J. Edgar Hoover zwischen all seinen Vergehen und seiner fraglichen Weltansicht eine sehr menschliche Note gegeben hat, hätte er in diesem Jahr eigentlich wieder einmal eine Nominierung verdient gehabt.

Kleine Anmerkung: Da ich leider immer noch nicht das Vergnügen hatte, "The Artist" zu sehen, bin ich gezwungen, den Oscar-Favoriten Jean Dujardin leider außen vor zu lassen. 

Meine Oscar-Verleihung 2012: Bester Nebendarsteller

The Oscar goes to....

1. Armie Hammer (J. Edgar)
Als Clyde Tolson, Hoovers stellvertretender Direktor und (schwuler) Freund, lieferte der bisher von vielen nur aus "The Social Network" bekannte Armie Hammer eine Glanzleistung ab und war DiCaprio mindestens ebenbürtig. Ärgerlich also, dass Hammer, der von mir somit den Oscar erhalten hätte, von der Academy nicht einmal nominiert wurde. Trotzdem gilt: Der Mann ist im Auge zu behalten!


Außerdem nominiert wären:


2. Nick Nolte (Warrior)
Als wieder erstärkter Trinker, der in "Warrior" um seine beiden Söhne kämpft, vermag es der raue Oldie sogar den Zuschauer zu Tränen zu rühren. Auch wenn der Oscar letztendlich an Plummer gehen wird: Er hätte ihn dieses Jahr auch verdient.

3. Christopher Plummer (Beginners)
Wie bereits erwähnt, lege ich meine Hand dafür ins Feuer, dass an Christopher Plummer dieses Jahr der Oscar gehen wird, und das nicht unverdient! Als schwule Frohnatur, die im Rentenalter die Lust am Leben wiederentdeckt, hat er in "Beginners" das Publikum richtig fest am Herzen gepackt. 

4. Albert Brooks (Drive)
Als der fieseste Bösewicht 2011 präsentiert sich der in Filmen spärlich auftretende, aber doch immer wieder auffallende Albert Brooks mit einer Hingabe, als wäre er der Teufel höchstpersönlich. Er war das Sahnehäubchen im überraschend starken "Drive".

5. Michael Fassbender (X-Men: Erste Entscheidung)
Der in "Shame" (den ich leider noch nicht gesehen habe) vermutlich noch besser aufspielende Michael Fassbender zeigte schon in "X-Men: Erste Entscheidung", dass er sogar in solchen Action-Filmen seiner Figur einen Charakter mit Tiefgang geben kann. Er war zweifelsohne das Highlight des Films.

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