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Samstag, 25. Februar 2012

Meine Oscar-Verleihung 2012: Bester Hauptdarsteller

The Oscar goes to ...

1. Tom Hardy (Warrior)
Als Kämpfer, dessen Vergangenheit ihn zum Tier machte, liefert Hardy die wohl beste Leistung seiner Karriere ab. Sowohl seine harte Schale als auch sein emotionaler Kern überzeugt auf ganzer Linie und hätte für mich in diesem Jahr den Oscar verdient gehabt.

Außerdem nominiert wären:

2. Gary Oldman (Dame König As Spion)
Ganz knapp dahinter befindet sich Gary Oldman, der als Geheimdienstler im Ruhestand in "Dame König As Spion" mit seiner überaus überzeugenden kühlen Erscheinung nach einem Spion sucht. Ganz stark sind besonders die Szenen, in denen er zeigt, dass hinter der emotionslosen Fassade noch ein Herz schlägt. Seine beste Leistung bleibt zwar in "Léon - Der Profi" (für die er allein drei Oscars verdient hätte), aber für Platz 2 reicht es allemal. 

3. Ryan Gosling (Drive)

Ryan Gosling zeigt in "Drive", dass man nicht viel reden muss, um eine einmalige Performance abzuliefern. Seine Rolle als einsamer Fahrer hat sich wohl jedem, der dem Film sah ins Hirn gebrannt. Den Coolness-Preis 2011 gibts definitiv, für den Oscar von mir reicht es aber nicht ganz. Den hätte er allerdings schon letztes Jahr für "Blue Valentine" verdient gehabt.

4. John C. Reilly (Der Gott des Gemetzels)
Zwischen all der Hysterie in "Der Gott des Gemetzels" stach mir ein wesentlich ruhigerer, aber niemals blasser Part besonders ins Auge. John C. Reilly hat von allen vier Hauptdarstellern die beste Balance zwischen Overacting und angenehmer Zurückhaltung gefunden und ganz nebenbei aufgrund seiner sympathischen Art auch noch für die meisten Lacher gesorgt.

5. Leonardo DiCaprio (J. Edgar)
Dafür, dass Leonardo DiCaprio der zwielichtigen Gestalt des J. Edgar Hoover zwischen all seinen Vergehen und seiner fraglichen Weltansicht eine sehr menschliche Note gegeben hat, hätte er in diesem Jahr eigentlich wieder einmal eine Nominierung verdient gehabt.

Kleine Anmerkung: Da ich leider immer noch nicht das Vergnügen hatte, "The Artist" zu sehen, bin ich gezwungen, den Oscar-Favoriten Jean Dujardin leider außen vor zu lassen. 

Freitag, 24. Februar 2012

The Ides of March [George Clooney | USA 2011]


Politik ist böse, Politiker lügen und haben ganz nebenbei sowieso immer Dreck am Stecken. Neben dieser zugegebenermaßen zu oft thematisierten (aber dennoch wahren) Aussage und ein wenig Propaganda, die man aber mit Leichtigkeit ignorieren kann, handelt The Ides of March vielmehr vom Verlust einer ehrlichen Seele und wie sie auf dem Weg nach oben in der Politik schändliche und beschämende Züge annimmt. Hierbei spreche ich vom jungen Polit-Berater Stephen Meyers, ausgezeichnet von Ryan Gosling verkörpert, der begeistert für seinen Präsidentschaftskandidaten arbeitet und naiv annimmt, seine Kollegen wären auch seine Freunde, aber die Politik kennt nun mal keine Freunde...
Von Twists nur so durchlöchert und dabei kurzweiliger als ich dachte, sodass auch ein Politik-Banause wie ich fabelhaft unterhalten wurde, bekam man hier einen bedeutenden Einblick in politische Machenschaften, auch wenn die Grundthematik übers Lügen und Betrügen wohl keinen mehr überraschen dürfte. Aber all diese Bestechungen, diese feindseligen Spielchen und Provokationen und wie die Medien einem auflauern, ist sehr souverän in Szene gesetzt worden und wurde nicht zuletzt durch diesen Traum von einem Cast sehr gut rüber gebracht. Und auch wenn der Film die letzte Konsequenz am Ende ein klein wenig vermissen lies, bleibt The Ides of March ein ernster und vor allem kritischer Film und unterstreicht noch einmal die Prognosen, dass 2011 für Clooney und Gosling ein großes Jahr war und ein ebenso erfolgreiches werden könnte.  

7,5/10
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